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Freitag, 5. März 2010.

Die Ruhr dümpelt vor sich hin und hat ausnahmsweise mal kein Hochwasser.

Die Jugendherberge in Mülheim liegt an einem Berg, etwas erhöht über der Ruhr. Das Gebäude hat etwas ehrfürchtiges, man sieht ihm die Jahre an. Aber genauso stellt man sich eine Jugendherberge vor. Kalt ist es draußen, ein paar Paddler sind zu sehen, ein Schwäne-Paar segelt majestätisch im Tiefflug über den Fluss, ab und zu fährt ein Auto vorbei. Die Sonne spiegelt sich im Wasser. Ziemlich ruhig ist es. Zu ruhig eigentlich für eine Jugendherberge.

Am Nachmittag ist es dann mit der Ruhe vorbei. Und zwar gründlich. Leben kommt in die Bude. Konfirmanden aus den Bezirken Bochum und Gelsenkirchen rücken in die Jugendherberge ein um dort ein gemeinsames Wochenende zu verbringen.

Und damit es nicht zu lebendig wird, haben die Kinder auch ein paar Betreuerinnen und Betreuer mitgebracht. Priester Klaus Schmäske mit Ehefrau Elke aus der Gemeinde Gelsenkirchen-Ückendorf und weitere Ehepaare bzw. Helfer stehen den Kindern zur Seite. Priester Schmäske ist den Kindern aus den vielen KíGo10-14-Kindergottesdiensten bestens bekannt. 25 Kinder nehmen an der Veranstaltung teil. Die Kinder kommen aus unterschiedlichen Gemeinden der beiden Bezirke. Alle werden sie in diesem Jahr konfirmiert. Der Aufenthalt in der Jugendherberge soll ihnen die Möglichkeit geben Freundschaften zu knüpfen, sich besser kennen zu lernen und Freude und Spaß an gemeinsamen Aktionen zu entwickeln.

Der Herbergsvater erweist sich als Respektperson. Genauso, wie man sich einen Herbergsvater vorstellt. Die Botschaft an die Gäste ist eindeutig: Mitarbeit in der Küche und beim Tischdecken ist Pflicht! Natürlich darf innerhalb und außerhalb der Küche nichts beschädigt werden und wer sich auf Tische setzt kriegt Ärger. Richtig Ärger! Und ab 22:00 Uhr ist natürlich Funkstille. Wow! Das sitzt. Nicht nur die Kinder sind beeindruckt. Ich stelle fest, dass ich meine Hände unbewusst an die Hosennaht gelegt habe und fast in Grundstellung stehe. Priester Schmäske hat die Ansprache leider nicht mitbekommen, kommt zur Tür herein und setzt sich erst einmal auf einen Tisch …..! Noch einmal – Wow!!

Der Herbergsvater verabschiedet sich und alle stehen wieder bequem. Das Programm beginnt. Der Riesensaal im Erdgeschoß ist mit Tischtennisplatten und Kickerkästen ausgestattet. Hier spielt sich das Jugendherbergsleben ab. Fun, Sport und Spass bestimmen den Nachmittag.

Die Mitarbeit beim Abendessen klappt ganz im Sinne des Herbergsvaters. Perfekt! Das Abendessen ist lecker und nahrhaft. Es gibt nichts auszusetzen.

Samstag, 6. März 2010

Auch die Vorbereitung und die Durchführung des Frühstückes ist perfekt. Nach dem Frühstück wird eine Fotorallye in der näheren Umgebung durchgeführt.

Nach dem Mittagessen spielen die Jugendlichen „Wer wird Millionär". Bei der gespielten Variante wird ausschließlich Bibelwissen abgefragt. Was war denn noch einmal die zweite Plage? Wie viele Krüge Wasser hat Jesus zu Wein gemacht? Und wie viele Liter passten ca. in einen solchen Krug hinein? Wo begann Jesus die Lehrtätigkeit? Das Quiz offenbart Wissenslücken bei Kindern und Erwachsenen.

Nach dem Abendessen wird der Film „Evan Allmächtig" gezeigt.

Sonntag, 7. März 2010

Der Große Saal im 1. Obergeschoß wird zum Gottesdienstraum hergerichtet. Der Bezirksälteste Frank Zisowski aus dem Bezirk Gelsenkirchen wird den Gottesdienst für die Entschlafenen halten. Begleitet wird er von Evangelist Christian Schoß aus der Gemeinde Gelsenkirchen-Resse-Ost. Die priesterlichen Ämter Klaus Schmäske, Christian Libuda aus Bochum-Kornhapen, Norbert Brosda aus Gelsenkirchen-Rotthausen und Rainer Schwittay aus Gelsenkirchen-Beckhausen sind ohnehin als Betreuer anwesend. Eingeladen sind auch die Eltern der Kinder. Fast 100 Personen nehmen an diesem Gottesdienst teil.

In dem Gottesdienst (Textwort Mk 3,10 Denn er heilte viele, sodass alle, die geplagt waren, über ihn herfielen, um ihn anzurühren) erläutert der Bezirksälteste den Kindern die Wichtigkeit dieses besonderen Gottesdienstes und des eigenen Verhaltens hinsichtlich der Auswirkungen auf die Seelen in der Ewigkeit.

„Sieben auf einen Streich" stellt der Bezirksälteste den Kindern nicht als Märchen vor, sondern als Motto für die vor ihnen liegenden besonderen sieben Sonntage:
Der heutige Gottesdienst für Entschlafene
Der Vorbereitungsgottesdient für die Konfirmanden mit Apostel Storck
Der Stammapostelgottesdienst
Die Konfirmation
Karfreitag und Ostern
Der Apostelgottesdienst am 11.4. in Resse-Ost, zu welchem auch die Eltern der Konfirmanden eingeladen sind
Der Jugend-Auftaktgottesdienst

Den zukünftigen Jugendlichen gibt der Bezirksälteste den Rat, sich nach allen sieben Ereignissen Erinnerungen in einem Notizheft zu notieren und bei Gelegenheit immer mal wieder nachzulesen.

Die Kinder gestalten den Gottesdienst aktiv mit. Sie begeistern durch eine beeindruckende Lesung, durch den Kinderchor, durch solistische Gesangsdarbietungen und durch Instrumentalvorträge mit Blockflöte, Klarinette, Saxophon und Flügel.

Ein Gemeindechor trägt einige Stücke aus der Chorliedermappe vor. Der Gemeindegesamg wird am Klavier begleitet.

Nach dem Gottesdienst speisen alle gemeinsam. Nudeln, Soße Bolognese und Salat wird gereicht. Zum Nachtisch gibt es für jeden ein Eis am Stiel.

Nach dem Mittagsmahl wird noch einmal „Wer wird Millionär" gespielt. Die Kinder wollen natürlich wissen, wie fit der Bezirksälteste ist. Und er ist fit! Sehr fit sogar!

Gegen 15:30 Uhr machen sich alle auf den Heimweg.

Fazit: Millionär ist keiner geworden. Aber dafür wissen jetzt fast alle, wie man einen Tisch deckt und dass es gar nicht so schwer ist, in der Gemeinschaft Spass und Freude zu entwickeln.

Text und Fotos: Dietmar Hientzsch

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